Eine Ehe hält in Deutschland statistisch länger, als die öffentliche Debatte nahelegt. Geschiedene Ehen bestanden 2025 im Durchschnitt 14 Jahre und 7 Monate. Von 1.000 Ehen enden nach der zusammengefassten Scheidungsziffer des Statistischen Bundesamtes 284, also gut ein Viertel.
Deutschland verzeichnete 2025 laut Statistischem Bundesamt 348.800 Eheschließungen und 130.100 Ehescheidungen. Geschiedene Ehen hielten im Schnitt 14 Jahre und 7 Monate. Die zusammengefasste Scheidungsziffer liegt bei 284 Scheidungen je 1.000 Ehen und widerlegt die Formel von der Hälfte aller Ehen. 16 Prozent der Scheidungen erfolgen im Jahr der Silberhochzeit oder später, in den 1990er-Jahren waren es 10 bis 11 Prozent. Das Erstheiratsalter liegt bei 35,3 Jahren für Männer und 33,0 Jahren für Frauen.
Wie lange hält eine Ehe in Deutschland im Durchschnitt?
Geschiedene Ehen bestanden in Deutschland 2025 durchschnittlich 14 Jahre und 7 Monate. Diese Zahl des Statistischen Bundesamtes beschreibt allein die Ehen, die vor Gericht endeten. Bestehende und durch Tod beendete Ehen fließen in den Wert nicht ein.
Der Durchschnittswert ist seit 1990 um rund drei Jahre und einen Monat gestiegen. Ehen, die geschieden werden, dauern also länger als vor 35 Jahren. Der Anstieg verläuft gleichmäßig über den gesamten Zeitraum und folgt keinem einzelnen Rechtsereignis.
Die durchschnittliche Ehedauer geschiedener Ehen sagt nichts über die Haltbarkeit aller Ehen aus. Sie beschreibt einen Ausschnitt: den Zeitpunkt des Scheiterns bei denen, die scheitern. Für die Frage nach der Haltbarkeit einer Ehe insgesamt liefert die Scheidungsziffer den belastbareren Wert.
Wie viele Ehen werden in Deutschland geschieden?
Von 1.000 geschlossenen Ehen enden 284 durch Scheidung. Diesen Wert weist das Statistische Bundesamt als zusammengefasste Scheidungsziffer für das Jahr 2025 aus. Absolut wurden 130.100 Ehen geschieden, bei 348.800 Eheschließungen im selben Jahr. Der Anteil geschiedener Ehen liegt damit bei gut einem Viertel.
Die verbreitete Aussage, jede zweite Ehe werde geschieden, bezeichnet das Statistische Bundesamt ausdrücklich als Mythos. Sie entsteht durch das Teilen der Scheidungen eines Jahres durch die Eheschließungen desselben Jahres. Beide Zahlen betreffen unterschiedliche Jahrgänge: Die Scheidungen von 2025 stammen aus Hochzeitsjahrgängen, die im Schnitt 2010 heirateten.
Drei weitere Kennzahlen ordnen das Jahr 2025 ein. Auf 1.000 Einwohner kamen 1,56 Scheidungen, nach 1,54 im Vorjahr. Die Zahl der Scheidungen liegt 39,2 Prozent unter dem Höchststand von 2003. Die Zahl der Eheschließungen erreichte mit 348.800 den niedrigsten Stand seit 1950.
Die Scheidungsziffer von 284 je 1.000 Ehen ist ein Modellwert, kein abgeschlossener Jahrgang. Sie rechnet die aktuellen ehedauerspezifischen Scheidungsraten auf eine gedachte Ehekohorte hoch. Der reale Ausgang eines Hochzeitsjahrgangs steht erst fest, wenn dessen letzte Ehe endet — bei Hochzeiten des Jahres 2000 also frühestens um 2075. Wer eine Prognose für die eigene Ehe sucht, findet in der Ziffer daher eine Größenordnung, keine Wahrscheinlichkeit für den Einzelfall.
Welche drei Hürden entscheiden über die Ehedauer?
Drei Schwellen strukturieren die Ehedauer in Deutschland: die Zeit-Hürde nach 14 Jahren und 7 Monaten, die Silber-Hürde im 25. Ehejahr und die Alters-Hürde im 50. Ehejahr. Dieses Drei-Hürden-Modell ordnet jedes Ehejahr einer der drei Phasen zu.
Die Zeit-Hürde markiert den Durchschnitt der geschiedenen Ehen. Bis zu diesem Punkt konzentriert sich die Mehrheit aller Scheidungen. Paare, die diese Marke überschreiten, verlassen den statistisch dichtesten Bereich der Scheidungsverteilung.
Die Silber-Hürde liegt im 25. Ehejahr. 16 Prozent aller Scheidungen erfolgen im Jahr der Silberhochzeit oder danach. Für 84 Prozent der geschiedenen Paare ist die Ehe vor diesem Jubiläum beendet. Wer die Silberhochzeit (25. Hochzeitstag): Bedeutung, Bräuche, Geschenke erreicht, gehört damit zur deutlichen Mehrheit der Verheirateten dieses Jahrgangs.
Die Alters-Hürde beginnt im 50. Ehejahr. Ab hier begrenzt die Lebenserwartung das Jubiläum stärker als die Trennung. Bei einem Erstheiratsalter von 33,0 Jahren für Frauen und 35,3 Jahren für Männer feiert ein Paar die Goldene Hochzeit (50. Hochzeitstag): Bedeutung, Bräuche, Geschenke mit 83 beziehungsweise 85 Jahren. Die Diamantene Hochzeit (60. Hochzeitstag): Bedeutung, Bräuche, Geschenke setzt ein gemeinsames Alter von rund 93 und 95 Jahren voraus.
Wie viele Paare erreichen die Silberhochzeit?
Der Anteil langer Ehen wächst. 16 Prozent der 2025 geschiedenen Paare trennten sich im Jahr der Silberhochzeit oder später. In den 1990er-Jahren betrug dieser Anteil 10 bis 11 Prozent, seit Mitte der 2010er-Jahre liegt er zwischen 16 und 18 Prozent.
Diese Verschiebung hat zwei Seiten. Mehr Paare erreichen das 25. Ehejahr überhaupt, weil die durchschnittliche Ehedauer steigt. Gleichzeitig endet ein wachsender Teil der langen Ehen vor Gericht statt durch Tod. Die späte Scheidung ist damit von der Ausnahme zur Randgruppe von rund einem Sechstel aller Fälle geworden.
Für die Feierpraxis folgt daraus eine klare Größenordnung: Die Silberhochzeit ist kein seltenes Ereignis, sondern der Regelfall unter fortbestehenden Ehen. Wie ein solches Jubiläum organisiert wird, beschreibt der Beitrag Hochzeitstag feiern: Ablauf, Ideen und Organisation.
Wie viele Kinder sind von Scheidungen betroffen?
113.400 minderjährige Kinder waren im Jahr 2025 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. 67.200 Scheidungen und damit 51,7 Prozent aller Verfahren betrafen Ehen mit minderjährigen Kindern. Die Kinderzahl je betroffener Ehe verteilt sich dabei auf drei etwa gleich stabile Gruppen.
47,6 Prozent dieser Ehen hatten ein minderjähriges Kind, 40,5 Prozent zwei Kinder und 11,9 Prozent drei oder mehr Kinder. Die Verteilung entspricht damit weitgehend der Kinderzahl deutscher Familien insgesamt und zeigt keine Konzentration auf kinderreiche Haushalte.
Der Wert verknüpft Ehedauer und Familienphase. Eine Ehe, die nach 14 Jahren und 7 Monaten endet, trifft Kinder typischerweise im Grundschul- oder frühen Jugendalter. Die durchschnittliche Ehedauer ist deshalb keine reine Paar-Kennzahl, sondern eine familienpolitische Größe.
Wie hat sich die Ehedauer seit 1990 verändert?
Die durchschnittliche Ehedauer geschiedener Ehen stieg seit 1990 um rund drei Jahre und einen Monat auf 14 Jahre und 7 Monate. Parallel sank die absolute Zahl der Scheidungen seit 2003 um 39,2 Prozent. Beide Entwicklungen verstärken sich gegenseitig.
Drei weitere Verschiebungen prägen denselben Zeitraum. Das Erstheiratsalter stieg auf 35,3 Jahre bei Männern und 33,0 Jahre bei Frauen. Der Anteil der Eheschließungen mit mindestens einem zuvor verheirateten Partner sank von 39 Prozent im Jahr 2001 auf knapp 29 Prozent. Seit 2017 sind gleichgeschlechtliche Ehen möglich, 2025 wurden davon 8.900 geschlossen und 1.700 geschieden.
Das spätere Heiratsalter wirkt auf die Ehedauer in zwei Richtungen. Es stabilisiert die Ehe, weil Paare bei der Trauung gefestigter sind. Es verkürzt zugleich die maximal mögliche Ehedauer: Wer mit 35 heiratet, erreicht die Diamantene Hochzeit erst mit 95 Jahren.
Was sagt die Ehedauer über die einzelne Ehe aus?
Die Ehedauer-Statistik beschreibt Jahrgänge und Modellwerte, keine einzelnen Paare. Sie liefert Größenordnungen für die Frage, wie viele Ehen ein bestimmtes Jubiläum überhaupt erreichen. Eine Aussage über die Haltbarkeit einer konkreten Ehe leitet sich aus keinem der drei Kernwerte ab.
Drei Grenzen sind bei der Nutzung der Zahlen zu beachten. Der Durchschnitt von 14 Jahren und 7 Monaten gilt nur für geschiedene Ehen. Die Scheidungsziffer von 284 je 1.000 Ehen ist ein Modellwert aus aktuellen Raten. Der Anteil von 16 Prozent später Scheidungen bezieht sich auf alle Scheidungen eines Jahres, nicht auf alle bestehenden Ehen.
Rituale sind der Gegenpol zur Statistik: Welche Praxis eine Ehe über Jahrzehnte trägt, beschreibt der Beitrag Welche Rituale halten eine Ehe über Jahrzehnte zusammen?. Nutzbar sind die Zahlen für die Einordnung von Jubiläen. Sie zeigen, welche Ehejahre statistisch selten sind und welche der Regelfall. Welcher Name zu welchem Ehejahr gehört und woher die Bezeichnungen stammen, klärt der Beitrag Woher kommen die Namen der Hochzeitstage?.
💬 Meine Einschätzung
Die Suchnachfrage erzählt eine andere Geschichte als die Debatte. Die Sistrix-Auswertung vom August 2026 gibt für das Keyword „scheidung“ 10.900 Suchen pro Monat aus, für „ehe“ 4.950 — die Trennung wird also 2,2-mal häufiger gesucht als die Institution selbst. Stellt man dem die Jubiläumsseite gegenüber, kippt das Bild: Die 63 Namen der Hochzeitstage kommen zusammen auf 165.130 Suchen pro Monat, allein „goldene hochzeit“ auf 21.000 und „silberhochzeit“ auf 12.400. Das Feiern der Ehe erzeugt damit die 15-fache Nachfrage der Scheidung. Der Fachbegriff „ehedauer“ bringt es dagegen auf 10 Suchen pro Monat. Menschen suchen nicht nach der Statistik ihrer Ehe, sondern nach dem Namen des nächsten Jubiläums — und genau dort liegt die Zahl, die zählt: 284 von 1.000, nicht 500 von 1.000.
- Durchschnittliche Dauer geschiedener Ehen 2025: 14 Jahre und 7 Monate
- Zusammengefasste Scheidungsziffer: 284 Scheidungen je 1.000 Ehen, nicht 500
- 348.800 Eheschließungen und 130.100 Scheidungen im Jahr 2025
- Drei-Hürden-Modell: Zeit-Hürde 14,6 Jahre, Silber-Hürde 25 Jahre, Alters-Hürde 50 Jahre
- 16 Prozent der Scheidungen erfolgen ab dem 25. Ehejahr, 1990er-Jahre: 10 bis 11 Prozent
- Erstheiratsalter 35,3 Jahre (Männer) und 33,0 Jahre (Frauen)
Häufige Fragen zur Ehedauer in Deutschland
Diese fünf Fragen tauchen zur Ehedauer regelmäßig auf. Sie ergänzen die Hauptkapitel um Detailaspekte zur Berechnung der Scheidungsquote, zu gleichgeschlechtlichen Ehen und zur Aussagekraft einzelner Kennzahlen.
Wird wirklich jede zweite Ehe geschieden?
Nein. Das Statistische Bundesamt bezeichnet diese Aussage als Mythos. Die zusammengefasste Scheidungsziffer liegt bei 284 Scheidungen je 1.000 Ehen. Die Hälfte-Formel entsteht durch das Teilen zweier Zahlen aus verschiedenen Hochzeitsjahrgängen.
Nach wie vielen Jahren werden die meisten Ehen geschieden?
Der Schwerpunkt liegt vor dem 15. Ehejahr. Geschiedene Ehen bestanden 2025 durchschnittlich 14 Jahre und 7 Monate. 84 Prozent aller Scheidungen erfolgen vor dem Jahr der Silberhochzeit, nur 16 Prozent im 25. Ehejahr oder später.
Wie viele gleichgeschlechtliche Ehen werden geschieden?
1.700 gleichgeschlechtliche Paare ließen sich 2025 scheiden, 10 Prozent mehr als 2024. Das entspricht 1,3 Prozent aller Scheidungen. Im selben Jahr wurden 8.900 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen, davon 4.685 zwischen Frauen.
Steigt oder sinkt die Zahl der Scheidungen in Deutschland?
Die Zahl steigt kurzfristig und sinkt langfristig. 2025 wurden 130.100 Ehen geschieden, 0,6 Prozent mehr als 2024. Gegenüber dem Höchststand von 2003 liegt der Wert 39,2 Prozent niedriger.
Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit, die Goldene Hochzeit zu erreichen?
Zwei Faktoren begrenzen das 50. Ehejahr: Trennung und Lebenserwartung. Bei einem Erstheiratsalter von 33,0 und 35,3 Jahren liegt die Goldene Hochzeit im Alter von 83 und 85 Jahren. Ab dem 50. Ehejahr wirkt die Lebenserwartung stärker als die Scheidungsrate.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Angaben zu Ehedauer, Scheidungszahlen, Heiratsalter und Nachfrageverteilung stützen sich auf amtliche Statistik, eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes und aktuelle Suchdaten. Die folgenden sechs Quellen wurden für diesen Beitrag ausgewertet.
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 220 vom Juni 2026 · destatis.de · 348.800 Eheschließungen und 130.100 Ehescheidungen im Jahr 2025, durchschnittliche Ehedauer von 14 Jahren und 7 Monaten, 16 Prozent Scheidungen ab dem Jahr der Silberhochzeit, 113.400 betroffene minderjährige Kinder.
- Statistisches Bundesamt, Themenseite Ehen im Wandel · destatis.de · Zusammengefasste Scheidungsziffer von 284 je 1.000 Ehen, Erstheiratsalter von 35,3 und 33,0 Jahren, Einordnung der Aussage „jede zweite Ehe wird geschieden“ als Mythos.
- Statistisches Bundesamt, Eheschließungen und Scheidungen · destatis.de · Anteil der Eheschließungen mit mindestens einem zuvor verheirateten Partner von knapp 29 Prozent gegenüber 39 Prozent im Jahr 2001, Zahlen zu gleichgeschlechtlichen Ehen.
- Sistrix · sistrix.de · Suchnachfragedaten mit Stand August 2026 zu den Keywords „scheidung“, „ehe“, „ehedauer“, „goldene hochzeit“ und „silberhochzeit“ sowie zur Gesamtnachfrage der 63 Jubiläumsnamen.
- Staatsministerium Baden-Württemberg · stm.baden-wuerttemberg.de · Glückwunschurkunde des Ministerpräsidenten zum 50., 60., 65., 70. und 75. Ehejubiläum als Beleg für die staatliche Schwelle langer Ehen.
- Stadt Wuppertal · wuppertal.de · Ehrungspraxis der Kommunen ab der Goldenen Hochzeit, Anmeldung des Jubiläums durch die Angehörigen mit Heiratsurkunde.
Eine vollständige Übersicht aller Ehejubiläen von einem bis achtzig Jahren mit Namen, Ehejahr und Bedeutung steht auf der Startseite: Alle Hochzeitstage von 1 bis 80 Jahren.

